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Frank Goosen – Radio Heimat


Als Münsteraner ist man ja nah dran. Aber so ganz versteht man es dann doch nicht: Das Ruhrgebiet. Passend zum Start von RUHR.2010, für das Münster Essen als Stellvertreter für den gesamten Pott großzügigerweise den Vortritt als Kulturhauptstadt Europas gelassen hat, legt die Bochumer Edelfeder Frank Goosen („Liegen lernen“, „So viel Zeit“) einen neuerlichen Versuch vor, die Region und das Ticken der Menschen vor Ort zu erklären.

Wo sonst auf der Welt wird die fröhliche Begrüßung „Ey, Jupp, du altes Arschloch!“ als freundschaftliche und ehrerbietig empfunden? Nirgends, nur entlang der A 40, im Herzen der schönsten deutschen Provinz, die zwar nicht wirklich viel Gegend hat, dafür aber jede Menge skurrile, herzliche, raue, gnadenlos ehrliche Ureinwohner. Denn „es geht um die Menschen“, und von diesen Menschen erzählt Frank Goosen in seinem ganz besonderen, sehr persönlichen Ton. Er fördert Kindheitserinnerungen von Omma und Oppa zutage, er durchstreift mit Mücke, Pommes und Spüli die Untiefen einer Jugend, er steht an der Seltersbude auf ein Bierchen, leidet und jubelt mit den Fans im Stadion, durchkämmt Schrebergärten und Zechen, Industriebrachen und Einkaufszentren. Die 165 hardcovergebundenen Seiten enthalten 44 Geschichten. Die ersten beiden lassen noch die Vermutung aufkommen, vom Verlag bestellt worden zu sein, um vorab noch schnell Gegend und Verfasser vorzustellen. Leider inklusive aller erwarteten Klischees. Muss man durch. Ab der dritten Story „Onkel Josef und Tante Henni: Staying Power“ zeigt Goosen dann wieder, was er kann: die gnadenlose Aufarbeitung seiner Umgebung. Schlicht brilliant. Ob – und wenn ja, wo – da irgendeine autobiografische Grenze verläuft, wird dann sehr schnell sehr egal, denn die Geschichten und ihre Protagonisten sprechen einfach für sich. Aber das hat Goosen ja schon von seiner „Omma“ gelernt, der das Buch auch gewidmet ist. Mit folgendem Dialog: „Sag mal, Omma, stimmt das denn alles, was du da so erzählst?“ „Hasse dich gelangweilt?“ „Nö.“ „Na also!“

http://www.frankgoosen.de/

Donnerstag, 31.03.2011
Städt. Bühnenhaus Bocholt
Berliner Platz 1

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