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Eine Kultur der verpassten Chancen

Midlife Company muss neuen Standort suchen

Die Nachricht kam für die Midlife Company überraschend und wie so oft zum falschen Zeitpunkt: „Keine weiteren Genehmigungen für die Veranstaltungen in der Tenne an der Marbecker Straße“. Das Ordnungsamt der Stadt Borken will die Partys und Kulturevents des gemeinnützigen Vereins nicht länger dulden. Die Tenne liegt im städtischen Außenbezirk – öffentliche Veranstaltungen sollen dort die Ausnahme sein. Sondergenehmigungen wurden bislang immer im Einzelfall erteilt.

Nun wird sich die Company wohl nach einer neuen Bleibe umschauen müssen. Nicht der erste Umzug den der Verein wohl oder übel in Angriff nehmen muss. Alternativen gibt es zwar, in den vergangenen Monaten haben Stadt und Verwaltung allerdings viele davon, sprichwörtlich verbaut. Der Plan von einem KulturBahnhof im alten Bahnhofsgebäude wurde ebenso abgewiesen wie die Idee ein Gebäude am alten Kasernengelände zu nutzen.

Die Midlife Company sieht besonders im Zusammenhang mit dem Bahnhofs-Abriss eine verpasste Chance für die Kultur in Borken. „Wir würden uns wünschen, dass Borken ein kulturelles Zentrum bekommt, in dem nicht nur die Midlife Company Veranstaltungen macht, sondern alle Vereine oder auch Privatpersonen, Schulen, Künstler oder andere Gruppen“, sagt Ludger-Rickert Haselhoff, der Vorsitzende der Midlife Company. Das Potential sei da für einen kreativen, gesamtgesellschaftlichen Begegnungsort, an dem sich Kleinkunst, Weiterbildung, Kultur, Musik und Partys, Pädagogik, Kino und Sport, Medien, Tanz, Café und gutes Essen treffen und ergänzen. Der Kulturzirkus im vergangenen Sommer hat gezeigt, dass es hier noch genug Nachholbedarf gibt. Ein Freiraum, der bislang kaum genutzt wird.

Zunächst gehen aber die Gedankenspiele für einen neuen Standort der Midlife Company weiter: Leerstände gibt es Borken genug. (Plus am Stadtpark, ehemalige DRK-Möbelbörse, Kasernengelände, alte Volksbank und alte Sparkasse, Bahnhof, altes Büning-Gelände/ehemals Tanzcenter Heitmann/Wels oder eben die Tenne an der Marbecker Straße…) Ein Problem gibt es allenfalls bei der Finanzierung: Wie jeder gemeinnützige Verein lebt auch die Midlife Company von ehrenamtlichen Helfern, Freunden und Kulturförderern. Außerdem sucht man ja nicht nur für die Midlife Company, sondern will mittelfristig auch andere Gruppen ins Boot holen.

Die jetzige Scholle der Midlife Company ist jedenfalls ordentlich in Bewegung geraten. Die kommenden Veranstaltungen müssen vorerst auf Eis gelegt werden. Aufgeben wollen Ludger-Rickert-Haselhoff und seine Mitstreiter die komplett eingerichtete Tenne aber noch nicht. „Die Menschen in der Nachbarschaft feiern mit uns, oder nutzen die Tenne selber. Ich glaube nicht, dass wir hier stören.“

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