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Seniorenbeirat bei der Fachmesse „Stadt und Raum“

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Zu einer Informationsveranstaltung für Seniorenbeiräte hatten die Veranstalter der Fachmesse nach Köln eingeladen, und 15 Mitglieder des SB Rhede folgten der Einladung. Im Laufe der Veranstaltung wurde immer mehr klar: Es hätten besser Kommunalpolitiker hinfahren sollen oder Mitarbeiter der Verwaltung, denn es ging um Städteplanung der Zukunft, um alter(n)sgerechte Städte.

Wir hörten Kurzvorträge, sahen Praxisbeispiele und führten Gespräche mit Planern zu den Themen  „Barrierefreie Städte“ und „Mehrgenerationen-Plätze“. Besonders begeistert waren wir von den Spielskulpturen, die auf einem Mehrgenerationenplatz in Riehen (CH) mit Hilfe der schweizerischen Stiftung „Denk an mich“ errichtet wurden.  Auch von Berlin wurde und etWas vorgestellt: Nach ausgiebiger Planung unter Einbeziehung aller potentiellen Nutzer wurde ein Gemeindezentrum, der „Campus Daniel“ geschaffen mit multifunktionaler Nutzung, der zu bestimmten Zeiten der Kirchengemeinde, zu anderen der Kita oder der Grundschule zur Verfügung steht.
Daran schloss sich ein Rundgang an durch die Sonderausstellungen „Generationen übergreifende Spiel- und Bewegungsräume“ und „Sitzmöbel für ältere Menschen im öffentlichen Raum“. Viele nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Geschicklichkeit und Balancierfähigkeit zu testen und die einladenden Sitzmöbel auszuprobieren und zu begutachten, die in verschiedenen Farben, Formen und Materialien aufgebaut waren.

Als Modellstadt für Freizeit wurde Griesheim bezeichnet. Diese Stadt im Rhein-Mai-Gebiet wurde uns dargestellt als beSITZbare Stadt, die eine Fülle von Bänken und Sitzgelegenheiten aufweist, die nicht zufällig, sondern gut geplant errichtet wurden.

Nach einer kurzen Mittagspause wurde uns die „Seniorenfreundlich(st)e Stadt Arnsberg“ vorgestellt. Der Bürgermeister referierte über das 2013 erschienene Buch „Kommunale Intelligenz – Potentialentfaltung in Städten und Gemeinden“ von Gerald Hüther. Er zitierte einige Statements: „Kommune, das ist weit mehr als eine Verwaltungseinheit, das sind wir alle. Kommune bedeutet ursprünglich Gemeinschaft, die Familie, das Dorf, die Stadt. Das sind die wahren Lernorte für Kinder wie für Erwachsene.“ „Die demographische Entwicklung bestimmt das kommunale Denken und Handeln. Sie macht Kommunen des langen Lebens notwendig und die Öffnung der Stadt für eine neue vernetzte Generation.“ „Ältere Menschen sind den Städten und Stadtstrukturen entwachsen, die von jüngeren Menschen für sich selbst geplant und gebaut wurden.“

Zwei Mitarbeiter aus der Verwaltung erklärten an Hand einer Power Point Präsentation, was in der Bezirkshauptstadt des Sauerlandes in den letzten Jahren verändert wurde. Es wurden uns Strategien aufgezeigt für eine altersgerechte und menschenfreundliche Stadt- und Freiraumplanung, auch unter dem Aspekt von Familien, Senioren und behinderten Menschen. Für Arnsberg wurde wie für viele andere Kommunen bis 2030 folgende Altersstruktur prognostiziert: In allen Altersgruppen wird es mittlere bis starke Rückgänge geben, Zuwächse nur ab 55 Jahre, besonders gravierend ab 85 Jahre.

Entgegen „schlimmeren“ Erwartungen heißt es aber auch: „Alter“ bedeutet nicht gleichzeitig pflegebedürftig. Bei den 60-85 Jährigen seien etwa 6% pflegebedürftig, bei den über 85-Jährigen „nur“ etwa 25%.

Arnsberg hat sogar eine „Lernwerkstatt Demenz“ errichtet, zusammen mit der Robert-Bosch-Stiftung. Viele Informationen gibt es unter www.projekt-demenz-arnsberg.de Dort kann man auch ein Handbuch für Kommunen runterladen oder auch bestellen.

Es ist gegliedert in die Kapitel

  1. Strategie für Städte
  2. Die Stadt als Akteur
  3. Die Bürger und ihre Stadt
  4. Die Familie
  5. Die Betroffenen
  6. Die Ehrenamtlichen

Anschließend besuchte jeder die Stände, die ihn besonders interessierten und versorgte sich noch mit etwas Infomaterial. Mit der Bahn ging es dann wieder zurück nach Hause, uns allen war die (nicht neue) Erkenntnis wieder bewusst geworden:

„Von alleine geht´s nicht: Die Gestaltung einer Gesellschaft des Langen Lebens ist ein lokales Thema, eine neue Pflicht-Aufgabe, gemeinsam zu lösen von Bürgern, Kommune, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Kommune muss Verantwortung übernehmen als Impulsgeber, Initiator, Akteur und Netzwerker.“
Vielleicht können wir ja von Arnsberg einiges lernen,

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